CCS-CHANCEN

Chancen für und Grenzen der Akzeptanz von CCS in Deutschland

Projekt

Die Planung und Durchführung von Projekten zur geologischen Kohlendioxidspeicherung wurde in der Vergangenheit häufig von massiven Widerständen in der Bevölkerung begleitet. Diese Widerstände blieben nicht ohne Auswirkungen auf die politischen Entscheidungsträger und führten dazu, dass Speicherprojekte nicht über die Planungsphase hinauskamen (z. B. Projekt COAST in Schleswig-Holstein) oder keine Kohlendioxidspeicherung stattfinden konnte (z. B. Projekt CLEAN in Sachsen-Anhalt). Demgegenüber steht der Forschungsstandort Ketzin in Brandenburg (Projekt CO2MAN), in dem seit dem Jahr 2008 Kohlendioxid im Untergrund gespeichert wird, ohne das nennenswerten Bürgerproteste zu verzeichnen wären.

Es sind bereits verschiedene Projekte zu Fragestellungen der gesellschaftlichen Akzeptanz der sog. CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) durchgeführt worden. Dabei wurde festgestellt, dass das Wissen über CCS in der deutschen Bevölkerung begrenzt ist, was eine zuverlässige Abschätzung der Akzeptanz von CCS erschwert. Die regional sehr unterschiedlichen Reaktionen auf geplante Speicherprojekte, wo die Bekanntheit von CCS in der Bevölkerung vermutlich eher höher ausfällt, wurden wie auch Fragestellungen zur marinen Kohlendioxidspeicherung bisher kaum untersucht.

Ziel des Verbundprojekts CCS-Chancen ist es, die Chancen und Grenzen für die Akzeptanz von CCS in Deutschland zu evaluieren. Dies soll auf Basis von Daten bereits durchgeführter Projekte und mit Hilfe neuer Forschungsansätze erfolgen, um bestehende Lücken in der Akzeptanzforschung weitgehend zu schließen. Hierfür sind Untersuchungen zur unterschiedlichen öffentlichen Wahrnehmung konkreter Kohlendioxidspeicherprojekte sowie zur Akzeptanz verschiedener Speicheroptionen (Festland, Meeresboden) und Kohlendioxidquellen geplant. Weiterhin sind eine Analyse akzeptanzauslösender- und akzeptanzbehindernder Faktoren sowie eine Bewertung partizipativer Verfahren beabsichtigt. An dem Verbundprojekt sind das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung Karlsruhe, das Forschungszentrum Jülich und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie GmbH beteiligt.

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