SUNDAARC

Hochrisikovulkanismus am aktiven Kontinentrand des Sundabogens

Projekt

Das Gesamtziel des Verbundvorhabens war die Abschätzung des Gefährdungspotenzials, das insbesondere vom Vulkanismus im Bereich des javanischen Sundabogens ausgeht und eine latente Bedrohung für weite Landesteile Indonesiens darstellt, in denen sich große Ballungsräume konzentrieren. Im Rahmen von SUNDAARC wurden insbesondere die Vulkane Krakatau, Merapi und Kelut als typische Vertreter eines bestimmten vulkanischen Ausbruchsverhaltens untersucht. Das Verbundvorhaben SUNDAARC setzte sich aus den Teilprojekten KRAKMON, MERAMEX und DEVACOM zusammen.

Im Teilprojekt KRAKMON wurde eine Überwachung und Quantifizierung der Aktivität des Hochrisikovulkans Krakatau mit Hilfe einer Multiparameter-Station durchgeführt. Beabsichtigt war, verschiedene geophysikalische und geochemische Parameter kontinuierlich zu messen und deren temporale Variationen zu registrieren. Beobachtet wurden die sogenannte vulkanische Seismizität (vulkanisches Beben, Tremor), die chemische Zusammensetzung und die thermodynamischen Eigenschaften der Fumarolengase sowie die elektromagnetischen Felder im Vulkangebäude. Weiterhin war eine kontinuierliche Temperaturmessung im Kraterbereich des Vulkans vorgesehen. Ziel war es, dass die Ergebnisse des Vorhabens einen wesentlichen Beitrag zur verbesserten Vorhersage potentieller Ausbrüche des Krakatau liefern werden.

Das Teilprojekt MERAMEX befasste sich mit der Untersuchung der strukturellen Wechselbeziehungen zwischen dem Stratovulkan Merapi und der vorgelagerten Subduktionszone. Von besonderem Interesse war die Erforschung der Ursachen für das Auftreten einer sogenannten »Seismischen Lücke« (eine Zone erniedrigter seismischer Aktivität), die in diesem Bereich des Sundabogens vor Zentraljava zu finden ist. Das Teilprojekt sah die Anwendung aktiver (Refraktionsseismik) und passiver (Tomographie) Untersuchungsmethoden vor. Mit Hilfe eines kombinierten marin-terrestrischen seismologischen Netzwerkes sollten eine lückenlose Rekonstruktion der Subduktionsfläche im Bereich der Seismischen Lücke ermöglicht sowie die strukturellen und tektonischen Besonderheiten dieser Region untersucht werden. Ziel war es, dass die Ergebnisse eine Einordnung des rezenten Vulkanismus des Merapi in den Subduktionsprozess ermöglichen und Fortschritte auf strukturgeologischem Gebiet sowie Informationen über den rezenten Spannungs-zustand der seismischen Kopplungszone liefern.

Im Teilprojekts DEVACOM sollten vergleichende Untersuchung an sechs aktiven Vulkanen vorgenommen werden, um die wesentlichen Steuerfaktoren ihres Ausbruchsverhaltens zu bestimmen. Hierzu wurden folgende hochexplosive Vulkantypen ausgewählt, die zum zirkumpazifischen »Ring of Fire« gehören: El Misti (Peru), Mt. Redoubt (Alaska, USA), Benzymianny (Kamtschatka, Russland), Anak Krakatau und Kelut (Indonesien) sowie - abhängig von der politischen Lage in Kolumbien - Galeras (Kolumbien) bzw. Colima (Mexiko). Ziel des Vorhabens war es, durch ein verbessertes Verständnis der vulkanischen Prozessdynamik das Gefährdungspotenzial der untersuchten Hochrisikovulkane zu quantifizieren.

Mit Hilfe der kombinierten Forschungsergebnisse aller drei Teilprojekte wurde das Gefährdungspotenzial von Hochrisikovulkanen im Untersuchungsgebiet besser bestimmt und auf vergleichbare Vulkantypen in anderen Regionen übertragen.

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