Erkundungstechnologien

Entwicklung Innovativer Erkundungstechnologien

Projekt

Tunnelbohrer mit Weitblick

Der Trend ist klar: Städteplaner verlegen Straßen und Bahnlinien immer öfter in den Untergrund. Bekanntes Beispiel ist der Berliner Hauptbahnhof, der auf 15 Metern Tiefe gleich mehrere Etagen und Tunnelsysteme kombiniert. Viele Fernzüge durchqueren seither unterirdisch die Stadt.

Tunnelbauvorhaben gehören zu den zukunftsträchtigsten und zugleich teuersten und riskantesten Bauvorhaben. Was für die Erde gerade mal ein Piks in ihre oberste Kruste bedeutet, kostet die Menschen gewaltige Kraftanstrengungen – vor allem technischer Natur. Störungs- und Karstzonen, aber auch Gesteinsblöcke und wasserführende Schichten zwingen Tunnelbauer zu Umwegen oder bergen Gefahren während der Bauzeit und der Nutzung. Die genaue Kenntnis des Untergrundes ist daher von höchster Bedeutung (mehr im Schwerpunkt Tomografie), die Entwicklung von neuen Erkundungsverfahren ein wichtiges Forschungsvorhaben.

Deutsche Ingenieure und Firmen nehmen dabei Spitzenpositionen ein. Weil bei der Entwicklung solcher Technologien ingenieurs- und naturwissenschaftliches Know-how gefragt ist, arbeiten unter dem Dach der GEOTECHNOLOGIEN Ingenieure, Geowissenschaftler und Technologieunternehmen eng zusammen. So legen Forscher mit Experten markführender Unternehmen die wissenschaftlichen Grundlagen für die Weiterentwicklung und den Einsatz eines geophysikalischen Ortungssystems. Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit Geowissenschaftlern ein hochempfindliches Erkundungsverfahren, das kontinuierliche Messungen während der Bohrphase ermöglicht. Der Trick: Die Wissenschaftler haben das Ortungssystem direkt in das Schneidrad der Tunnelbohrmaschine integriert. Hindernisse wie metergroße Findlinge oder plötzliche Gesteinswechsel können so bei laufendem Betrieb erkannt werden.

Für die Betreiber ist das ein enormer Vorteil: bisher mussten Sie bereits nach kurzen Bohrstrecken regelmäßig ihre Maschinen anhalten und die nächsten noch zu bohrenden Meter Stück für Stück erkunden. Kein Wunder, dass überall dort, wo sich die gigantischen Maschinen wie gefräßige Würmer durch den Untergrund raspeln, die neuesten Entwicklungen der Geo- und Ingenieurwissenschaftler bereits ungeduldig erwartet werden. Denn jeder Bohrstopp kostet Zeit und damit Geld, das den Auftraggebern erspart werden kann. Durch die stetige technologische Optimierung ihrer Bohrwerkzeuge sichern sich die Unternehmen dagegen wertvolle internationale Marktvorteile.

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GEOTECHNOLOGIEN ist ein geowissenschaftliches Forschungs- und Entwicklungsprogramm und wird vom Bildungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.